Stress & Selbstführung: Wie du in stürmischen Zeiten handlungsfähig bleibst

Stress & Selbstführung: Wie du in stürmischen Zeiten handlungsfähig bleibst

 
Der moderne Alltag fühlt sich oft an wie ein Hochseilakt – ständig in Bewegung, ständig unter Druck. Stress ist dabei zu einem Dauerbegleiter geworden.
 
Doch was, wenn Stress nicht nur eine Reaktion auf äußere Umstände ist, sondern vielmehr eine Frage deiner inneren Haltung und deiner Fähigkeit zur Selbstführung?
 
In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt des Stresses und entdecken, wie du auch in stürmischen Zeiten handlungsfähig bleibst und deine innere Balance findest.
 
 

1. Stress ist nicht, was passiert. Stress ist, wie du darauf reagierst.

Eine unerwartete E-Mail vom Chef, eine nahende Deadline, ein technisches Problem – die Auslöser für Stress sind vielfältig. Doch der Stress selbst entsteht nicht durch diese äußeren Anforderungen. Er entsteht in unserem Kopf.
 
Die neurobiologische Forschung und das transaktionale Stressmodell von Lazarus zeigen es klar: Zwischen einem Reiz (z.B. die E-Mail) und deiner Reaktion (Stress) liegen zwei entscheidende Schritte:
 
1.Die Bewertung: Ist diese Situation für dich bedrohlich, eine Herausforderung oder irrelevant?
 
2.Die Erwartung: Hast du die Ressourcen und Fähigkeiten, um damit umzugehen?
 
Erst wenn du eine Situation als bedrohlich bewertest UND gleichzeitig glaubst, nicht die Mittel zur Bewältigung zu haben, entsteht die körperliche und emotionale Stressreaktion.
 
Selbstführung beginnt genau hier: diese inneren Mechanismen zu erkennen. Es geht nicht um Willenskraft, um Stress „wegzudrücken“. Es geht um Bewusstsein – darum, deine eigenen Bewertungen zu verstehen und aktiv zu gestalten. Denn dort liegt der Schlüssel zu einem souveränen Umgang mit den Herausforderungen des Alltags.
 
 

2. Chronischer Stress ist kein Kalender-Problem, sondern ein Regulations-Problem.

Fühlt sich dein Alltag manchmal an wie ein endloses Tetris-Spiel, bei dem die Blöcke immer schneller fallen?
 
Viele versuchen, chronischen Stress mit noch besserem Zeitmanagement zu lösen. Doch oft liegt das Problem tiefer.
Chronischer Stress ist selten ein reines Zeitproblem. Es ist ein Regulationsproblem. Unser Nervensystem ist aus der Balance geraten.
 
Stell dir dein Nervensystem wie ein inneres Gaspedal (Aktivierung) und eine Bremse (Entspannung) vor. Bei chronischem Stress klemmt das Gaspedal. Wir verlieren die Fähigkeit, die Bremse bewusst und frühzeitig zu treten, um wieder in einen ausbalancierten Zustand zu kommen.
 
Wer die Fähigkeit entwickelt, die eigenen Signale – einen flachen Atem, verspannte Schultern, kreisende Gedanken – frühzeitig zu erkennen, kann regulierend eingreifen. Es geht nicht darum, weniger Aufgaben zu haben. Es geht darum, die eigene Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen und die innere Bremse wiederzufinden. Denn nur wer sich selbst regulieren kann, kann auch nachhaltig Leistung bringen.
 
 

3. Nicht Kontrolle ist das Ziel, sondern Handlungsfähigkeit.

In Momenten hohen Drucks ist der erste Impuls oft: Kontrolle gewinnen. Wir versuchen, alle Variablen zu beherrschen, jedes Detail zu planen, jede Unsicherheit zu eliminieren. Doch dieser Versuch ist nicht nur anstrengend, er ist oft zum Scheitern verurteilt.
 
Wirksame Führung in Stressmomenten bedeutet nicht, alles zu kontrollieren. Sie bedeutet, die eigene Handlungsfähigkeit zu bewahren, auch wenn die Umstände chaotisch sind.
 
Das ist keine Frage eiserner Disziplin. Es ist eine Frage von Bewusstsein, Wahrnehmung und Selbststeuerung. Es ist die Fähigkeit, einen Schritt zurückzutreten, die Situation aus einer Meta-Perspektive zu betrachten und zu entscheiden: Was ist jetzt der eine, wirksame nächste Schritt? Wo habe ich Einfluss und wo nicht?
 
Wer diese Fähigkeit kultiviert, strahlt auch im Sturm Ruhe und Souveränität aus. Diese Führungskräfte geben ihrem Team nicht das trügerische Gefühl, dass alles kontrollierbar ist. Sie geben ihnen etwas viel Wertvolleres: die Zuversicht, dass man gemeinsam handlungsfähig bleibt – egal, was kommt.
 
 
Fazit:
Stress ist ein fester Bestandteil unseres Lebens, doch wie wir mit ihm umgehen, liegt in unserer Hand.
 
Durch bewusste Selbstführung und das Verständnis der eigenen Stressreaktionen kannst du deine Handlungsfähigkeit stärken und auch in herausfordernden Situationen souverän bleiben.
 
Wenn du lernen möchtest, wie du dein Nervensystem wieder in Balance bringst, deine Stresskompetenz erhöhst und deine innere Bremse wiederfindest, dann lade ich dich herzlich ein, mein Training „Stressmanagement für Führungskräfte – unter Druck souverän bleiben“  kennenzulernen. Dort erfährst du praxisnah, wie du diese Fähigkeiten gezielt entwickelst und in deinem Alltag für mehr Gelassenheit und Wirksamkeit sorgst. Starte jetzt deine Reise zu mehr innerer Stärke und Souveränität!